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Aussagen zum Zweizeit Konzept

Bei akuten oder bevorstehenden physischen und psychischen Krisen gilt es in der Motopädagogik primär den Zusammenhang zwischen Handeln/Tun und Wirkung/Verstehen herzustellen. Motopädagogische Ziele sind nie eindimensional an Funktionsfähigkeiten orientiert, sondern ganzheitlich und daher ständig in "Bewegung", den manchmal sogar täglich veränderten Prozessen des Lebens angepasst. Nach dem Prinzip der Salutogenese ist das Konzept der "Zweizeit" Angebote zur Erhaltung und Förderung verschiedener Lebenskompetenzen ausgerichtet. Der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten zur eigenen Fürsorge kann eigene Ressourcen erkennen und erneuern. Dies bewirkt einen Nachhaltigen Einfluss auf die Selbstgestaltung des eigenen Lebensbereiches. Im Mittelpunkt der Kurskonzepte steht die Motopädagogische Arbeitspraxis mit der Grundlage des Mediums der Bewegung zur didaktischen und methodischen Anwendung. Der Mensch als einzelner partizipiert im Gefüge der Gruppe.

Begriffsklärung zur Motopädagogische Arbeitspraxis

Was ist Motopädagogik?

Die Motopädagogik nutzt das Medium Bewegung in der Arbeit mit Menschen, um deren Gleichgewicht zwischen physischen und psychischen erleben herzustellen. Grundlage der Motopädagogik ist die Psychomotorik. Die Psychomotorik betont den engen Zusammenhang zwischen Bewegung (Motorik) und Sinneswahrnehmung einerseits und gefühlsmäßiger Verarbeitung (Psyche) andererseits. Damit ist Bewegung nicht allein auf den Körper bezogen, sondern Ausdruck der gesamten Persönlichkeit.

Dieser Ansatz ist Ausgangspunkt für alle individuellen Arbeitsweisen in der Motopädagogik. Die Motopädagogik hebt den eigentlichen Stellenwert der Bewegung für die gesunde Entwicklung von Menschen hervor. Motopädagogische Entwicklungsförderung findet in der Regel in Kleingruppen statt. Der motopädagogische Ansatz ist neben der individuellen Förderung und Begleitung mehr auf Gruppenprozesse, auf Interaktion und Kommunikation angelegt und fördert die Integration. Die Motopädagogik orientiert sich nicht an den "Defiziten" eines Menschen, sondern fördert und aktiviert eigene Ressourcen, sowohl im physiologischen wie im psychischen Bereich.

Die Lebenswelt der Menschen heute, ist geprägt durch unsachgemäßen Medienkonsum, Bewegungsmangel und kaum ausgewogener Ernährung. Daraus resultieren bei auffallend vielen Menschen Bewegungs-und Wahrnehmungsauffälligkeiten, Gewichtsproblematiken und Haltungsschäden. Verhaltensprobleme im sozial-und kommunikativen Bereich sind längst in der Familie, der Erziehung und Bildung existent. Motopädagogen und Motopädagoginnen schaffen und gestalten Bewegungs-und Erfahrungsräume, sowohl drinnen, z.B. in einer Turnhalle oder draußen in freier Natur, in denen die Menschen wieder Raum und Zeit für experimentierendes Handeln finden und eigene Bewegungsbedürfnisse befriedigen können. Der Motopädagoge hat die Aufgabe ein vorbereitetes Bewegungsangebot, die so genannten "Motopädagogischen Handlungsfelder" der Gruppe oder dem Individuum anzubieten. Das sich daraus ergebende Selbsttätige tun vermittelt Rückschlüsse auf tatsächliche Bedürfnisse des Teilnehmers. Diese zuerkennen und danach neue Angebote, in Partizipation mit der Gruppe oder dem einzelnen, zu entwickeln, erschließt dem Teilnehmer das Erleben und Erkennen eigener Wirksamkeit und Selbstbestätigung. So vermittelt der Motopädagoge dem Menschen, in seinem individuellen körperlichen und geistigen Bewusstsein, positive Impulse, die entwicklungsfördernd wirken. Motopädagoginnen und Motopädagogen arbeiten mit allen Menschen. Aufgrund des demografischen Wandels, rückt die präventive Bewegungsarbeit mit älteren und alten Menschen, in den Vordergrund. Seit 2002 gibt es für staatlich anerkannte Erzieherinnen/Erzieher und andere pädagogische Fachkräfte sowie für Sport- und Gymnastiklehrkräfte, die Möglichkeit, an einer Berufsbegleitenden Zusatzausbildung zum staatlich anerkannten Motopädagogen, teilzunehmen. Dieser Beruf ist relativ jung und in vielen Arbeitsfeldern noch unbekannt. Es ist nun die Aufgabe der Absolventen, sich und ihr Fachwissen und die dringende Notwendigkeit einer solchen Arbeit, gerade im präventiven Bereich, auf dem jetzigen Arbeitsmarkt mit oft neuen und individuellen Konzepten einzubringen.

Das Medium der Bewegung als Motopädagogische Arbeitsgrundlage

Über das Medium Bewegung erfahren Menschen in Selbstbestimmten Handlungsfeldern die wesentlichen Erlebensqualitäen einer konkreten Bewegungshandlung.

Innerhalb motopädagogischer Handlungsfelder kommt es zu der konkreten Bewegungshandlung, zum Beispiel: Schaukeln, klettern, Rollbrett fahren. "Jede konkrete Bewegungshandlung birgt einen für sich selbst ganz typischen Erfahrungsschatz, der sich im handelnden Menschen in Form seines Erlebens mehr oder weniger bewusst realisiert. Die einzelnen Aspekte dieses typischen Erfahrungsschatzes ...sind die wesentlichen Erlebensqualitäten einer konkreten Bewegungshandlung. Zum Beispiel im Falle des Kletterns: überwinden der Schwerkraft, Erobern einer dritten Raumdimension, Übersicht haben, Weitsicht haben, Kontrolle haben, ein Wagnis eingehen und kontrollieren, im Wagnis Halt finden, dies alles am und mit dem eigenen Körper... Somit lassen sich Bewegungserleben und Bewegungsverhalten von Menschen... wahrnehmen, beschreiben und pädagogisch oder therapeutisch gestalten" (Vgl. MTP, Karen Ehlers, Psychomotorisches Handeln in der Motopädagogik, Fachschule Neumünster).

Motopädagogische Handlungsfelder:

(Vgl. MTP, Karen Ehlers, Handlungsfelder, Fachschule Neumünster)
Lokomotion:Fortbewegung erleben- an sich selbst oder Gegenständen
Rotation:(Um-) Drehung erleben- an sich selbst oder Gegenständen
Äquilibration:Gleichgewicht suchen und erleben- an sich selbst oder Gegenständen
Polarisation:Gegensätzliche Bewegungsimpulse erzeugen- an sich selbst oder an Gegenständen
Gravitation überwinden:Erdenschwere überwinden- bezogen auf den eigenen Körper oder auf Gegenstände
Der Gravitation folgen:der Erdenschwere folgen- bezogen auf den eigenen Körper oder auf Gegenstände
Levitation:Unabhängigkeit von der Erdenschwere erleben- bezogen auf den eigenen Körper oder auf Gegenstände
Demission:Nicht- Tun und Loslassen
Aggression:Gezielt und direkt Kraft auf jemanden oder auf Gegenstände ausüben
Kontention:Körperkräfte (er-) messen- gegenüber anderen Menschen oder Gegenständen
Konstruktion:Material planvoll verbinden und aufbauen
Rhytmisation:Bekanntes wiederholt erwarten und erleben (Rhythmus erleben) - bezogen auf den eigenen Körper
Rhytmisation:Bekanntes wiederholt erwarten und erleben (Rhythmus erleben) - bezogen auf den eigenen Körper oder auf Gegenstände

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